Focus - Weil Veränderung bei dir beginnt!
So lautet mein Slogan…
Auch wenn ich von mir aus die Entscheidung getroffen habe, meinen alten Praxisraum aufzugeben, kenne ich die Gedanken, Gefühle und all die Fragen, die einem in einer Phase der Veränderung begleiten. Und nicht alle davon sind euphorisch und inspirierend. Manche davon sind voller Unsicherheiten und Zweifel.
Weshalb schätzen wir Veränderungen eigentlich nicht immer gleich stark, obschon sie ja oft herbeigesehnt werden und auch darauf hingearbeitet wird? Und klar, Veränderungen bieten immer wieder neue Möglichkeiten und Chancen, und sie können uns richtig motivieren.
Aber Veränderungen können auch verunsichern. Das Bekannte, auch wenn manchmal eher lästig und ungeliebt, ist das, was wir kennen. Veränderungen bedeutet immer «auf ins Neue», in unbekanntere und oder ungewohntere Situationen. Das kann viel Kraft kosten und auch Ängste auslösen.
Manchmal kann es daher hilfreich sein zu verstehen, in welcher Prozessphase ich oder mein Gegenüber sich befindet, um ein besseres Verständnis für mich selbst oder die anderen entwickeln zu können.
Aus dem Change-Management kenne ich das «4 Zimmer Modell». Es dient, wie eine Landkarte auch, als Orientierungspunkt und verdeutlicht den inneren Prozess, der vor sich geht, wenn wir Menschen in Phasen von Veränderungen kommen.
Gerne stelle ich euch die einzelnen Zimmer vor:
- Zuerst ist da das Zimmer der Zufriedenheit
Meine sogenannte Komfortzone. - Kommt man in eine Phase der Veränderung, rutschen wir mal mehr und mal weniger ins Zimmer der Verleugnung. Das «Neue» wird zuerst einmal verdrängt. Auch mögliche Signale, die auf eine Notwendigkeit der Veränderung hinweisen, werden hier oft gerne einfach ignoriert.
- Es kommt der Punkt, in dem Signale oder Situationen so deutlich werden, dass das Zimmer 2 keine Option mehr darstellt. Dann wechseln wir ins Zimmer der Verwirrung. Hier ist das Chaos zu Hause. Man merkt, dass ein Zurück nicht mehr möglich ist und gestattet sich, den Blick auch einmal in eine andere Richtung zu lenken. Oft liegt hier eine Ambivalenz vor, zwischen «mutig voranschreiten» und «unsicher sein, was einem erwarten wird».
- Nach einer gewissen Zeit gelingt uns der Wechsel ins letzte Zimmer. Dem Zimmer der Erneuerung. Hier ist die Zustimmung zu Hause. Das Neue wird angenommen und Motivation, beherztes Handeln sowie Kooperation prägen dieses Zimmer.
Was ich noch sagen möchte, und was vielleicht auch tröstlich sein kann: Es gibt hier leider keine Abkürzungen. Es besteht keine Verbindungstür, die mich von Zimmer 1 ins Zimmer 4 bringen könnte. Wir alle müssen oder dürfen diesen mal kürzeren, mal etwas längeren Umweg gehen.
Ich wünsche uns allen immer wieder viel Kraft für unsere Umwege - und dass wir alle immer wieder stolz auf unser Erreichtes sein dürfen.